Projektwettbewerb "Schulen und Unternehmen" der
Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (Schuljahr 2003/2004)
Ein außerschulisches Kooperationsprojekt der Hildegardis-Schule
in Zusammenarbeit mit der Privatbrauerei Moritz Fiege
Thema:
"Die Brauereikunst - ein Handwerk mit Tradition- ein Kooperationsprojekt zum
125-jährigen Bestehen der Privatbrauerei Moritz Fiege"
Organisation und Ziel des geplanten Projekts
Das Kooperationsprojekt wird in einem Biologie-/Chemiekurs der
Jahrgangsstufe 9 durchgeführt. Ein wesentlicher Punkt besteht darin, den
Schülerinnen und Schülern naturwissenschaftliche Phänomene anschaulich zu präsentieren.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 21 wird dabei in Verbindung mit
umweltrelevanten Themen und unternehmerischen Leistungen bekräftigt.
Erläuterungen zur Kooperation
Die Kooperation erfolgt über verschiedene, in den Unterricht eingebundene
Phasen:
- "Historischer Streifzug":
Zunächst wird bei den Schülerinnen und Schülern ein Problembewusstsein dafür geweckt,
dass der menschliche Körper auf die Zufuhr von Flüssigkeiten angewiesen war und ist,
damit er gesund bleibt. Dabei spielt das Wasser eine wichtige Rolle, das
jedoch in früheren Zeiten aufgrund starker Verunreinigungen innerhalb der normalen
Bevölkerung schwere Infektionskrankheiten auslöste. und in manchen Gegenden der Erde
immer noch gesundheitliche Schäden bei Menschen verursacht.
So war man in früheren Zeiten darauf angewiesen, alternative Flüssigkeiten zum Wasser zu
wählen: Im Mittelalter entwickelte man beispielsweise ein Leichtbier, das auch für
Kinder zugänglich und bekömmlich war. In einem gewissen Maße blieb so die damalige
Bevölkerung gesund.
Die Schülerinnen und Schüler recherchieren (im Familienmuseum der Firma Fiege und im
Stadtarchiv) nach, wie die Versorgungssituation der Bochumer Bevölkerung vor etwa 100
Jahren aussah. Es werden Umstände erkundet, die vor 125 Jahren zur Gründung der Firma
Fiege führten. Dabei fließen folgende Bereiche mit in den Unterricht ein:
a) historisches Bierbrauen (Geräte, Verfahren)
b) Wassernutzung (Zahlen und Fakten über die notwendige Wasser- bzw.
Flüssigkeitsversorgung der Menschen vor
ca. 100 Jahren
c) Möglichkeiten des Recyclings (Wasser) zu damaligen Zeit
d) Verkaufsstrategien und -möglichkeiten (Kundschaft, Biergefäße, Werbung)
- "Gegenwärtige Situation"
Im Anschluss an den "historischen Streifzug" wird die gegenwärtige Situation
betrachtet:
Wir vergleichen den täglichen Wasserbedarf der Bevölkerung und überlegen mögliche
Maßnahmen zur Einsparung von Wasser.
Wir untersuchen verschiedene Wassersorten, Mineralwasser und Biersorten, wobei wir den
Gehalt der verschiedenen Mineralien und Salze quantifizieren.. Zusätzlich ermitteln wir
den Nährwertgehalt der einzelnen Flüssigkeiten.
Gleichzeitig setzen wir hier die Kooperation fort, indem wir folgende Bereiche
einbeziehen:
- Angaben, wie z.B. Mineralien-, Salz- und Nährstoffgehalt der firmeneigenen Biersorten
werden verglichen und ana-
lysiert.
- Gegenwärtige Verkaufssituation (Flaschen- und Dosenproblematik)
- Geräte und Materialien zur Herstellung von Bier
- Verwendung und Recycling von Wasser
- Getreidesorten und deren Verarbeitung
- Zukunftsperspektiven
Auch hier wird noch einmal die Bedeutung des "sauberen Wassers" für die
Menschheit betont: Wir vergleichen und diskutieren die Verhältnisse in "wasserarmen
und wasserreichen" Ländern.
Wir stärken das Bewusstsein dafür, dass alle Menschen einen sparsamen und sinnvollen
Umgang mit dem "Lebenselixier" Wasser pflegen sollten. Wir beziehen die
Zukunftsperspektiven eines erfolgreichen Privatunternehmens, hier: die Firma Fiege, mit in
unsere Betrachtungen ein.
Wir informieren uns darüber, wie sich die zunehmenden Veränderungen in der Umwelt auf
die Verfahrenstechniken einer Firma auswirken. Dazu beziehen wir folgende Fragestellungen
in unsere Überlegungen ein:
- In welcher Form reagiert ein Betrieb auf Veränderungen im politischen Bereich, wie z.B.
Einführung des Dosenpfands?
- Bezieht die Firma Fiege verstärkt moderne Recyclingmethoden in ihre Firma ein?
- Gibt es Hinweise darauf, dass Verbraucher Sonderwünsche, wie z.B. "Biobier"
äußern?
- Gibt es staatliche Unterstützungen, wenn ein Unternehmen alternative, energiesparende
Methoden ausprobieren
möchte?
- Zusammenfassung
Im Rahmen dieses Kooperationsprojekts wird schwerpunktmäßig ein Einblick in ein
Privatunternehmen genommen, indem historische, gegenwärtige und zukünftige Aspekte
einbezogen werden.
Archivmaterial, Firmenbesichtigungen und Berichte nutzen wir, um unser Wissen und unsere
Kenntnisse zu vergrößern.
Zusätzlich informieren wir uns über das Brauen von Bier, das früher als angesehenes
Handwerk eine große Rolle spielte, wobei wir allerdings umweltrelevante Themen (Wasser,
Wassernutzung, Wasserverbrauch, Recycling) als wichtige Teilaspekte in unser Projekt
aufnehmen.
Ein Blick in die Zukunft soll aufzeigen, dass alle Menschen lernen müssen, sorgfältig
und umsichtig die Ressourcen unserer Welt zu nutzen.
G. Oelker